Europas Optionen

Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Kulturzentrum Marstall in Ahrensburg lud ein zur “Politik in der Remise”. Einblicke, Ãœberblick und Zuversicht sollte der Abend bringen. Das allein ließ aufhorchen in diesen turbulenten Zeiten von Brüchen, Verschiebungen und  Umwälzungen.

Der Vortragende Knut Dethlefsen, Jahrgang 1969, war aus Brüssel angereist. Bis Juli 2024 leitete er das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Washington D.C. , zuvor die Büros in Warschau, Ost-Jerusalem und Shanghai. Jetzt ist er bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Brüssel tätig.

„Die USA haben gewählt-wie wird sich die Welt verändern, was sind Europas Optionen?“

Der Eklat im Weißen Haus zwischen Präsident Trump und Präsident Selenskyj stand noch bevor, als der Titel entstand, bemerkt die Moderatorin Ursula Pepper, die frühere Bürgermeisterin von Ahrensburg.

Seitdem stehe das transatlantische Bündnis auf der Kippe. Es sei zu befürchten, dass die USA sich gänzlich von einer Unterstützung der Ukraine verabschieden und auf eine neue geostrategische Zusammenarbeit mit Russland setze. Großbritannien und Frankreich erarbeiten derzeit einen Vorschlag zu einem Waffenstillstand, und  die Europäische Union muss sich einigen, wie sie die Ukraine weiterhin unterstützen will und kann.

Die Gemengelage der vielen Krisen in der Welt machte eher Aussicht auf eine Nacht mit schlechten Träumen. Aber die mit Übersicht und Aussicht vorgetragene nüchterne Analyse half, die Dynamik der politischen Kräfte zu verstehen, die gerade auf Europa einwirken. Das mindert zwar nicht die zahlreichen Herausforderungen, denen wir in Deutschland und in Europa gerade ausgesetzt sind. Aber es gibt Optionen, sie zu meistern.

Der Vortragende sprach frei. Sein weiter Erfahrungshintergrund und die authentische Art des Vortrags beieindruckte, und die auf jede der zum Teil weit ausholenden Frage von ZuhörerInnen einzugehen, schuf Vertrauen.

So endete der Abend mit einer indirekten Botschaft an alle im Saal: Schaut aufmerksam und mit Zuversicht auf die neuen Entwicklungen. Europa wird auch weiter seine Demokratie pflegen und seine Werte bewahren. Es gibt viele Herausforderungen, aber auch viele, die daran arbeiten, sie zu meistern. Vertraut auf Europa.

20250320_PM_Politik in der Remise

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